Sa | 26.04. | 20 Uhr (Gastveranstaltung) Brother Act: Farewell-Konzert
15 Jahre gute Musik
Brother Act verabschiedet sich nach 15 Jahren
10 Euro auf allen Plätzen / freie Platzwahl (+ 1,50 Euro VVK-Gebühr)
Siegener Zeitung (3.1.2008):
Am Anfang war eine Doppelhochzeit Siegen.
So ziemlich jede Combo dürfte ihre ganz besonderen Erlebnisse haben, über die auch Jahre später immer wieder gerne gelacht wird. Brother Act ist da keine Ausnahme. Mit einem Schmunzeln erzählt Horst-Uwe Nöh im SZ-Gespräch solch eine Begebenheit, die im Nachhinein noch oft für Gesprächsstoff sorgte. Schauplatz des Anekdötchens: ein Rheinschiff, auf dem die fünf Siegerländer für 300 Teilnehmer einer Single-Freizeit singen sollten. Auch der christliche Kabarettist Torsten Hebel war mit an Bord. »Wir kamen drei Stunden zu früh an«, erinnert sich Horst-Uwe Nöh. »Da haben wir sechs Kerle schon im Vorfeld so viel Unsinn geredet, dass wir hinterher unser Programm unterbrechen mussten.« Der Grund: Die Sänger litten angesichts des vorangegangenen lustigen Palavers samt und sonders an nicht zu bändigendem Lachzwang. Meistens haben sie natürlich nicht gelacht, sondern sind ihrem Anliegen, die Bedeutung des christlichen Glaubens durch ihre Songs weiterzugeben, und ihrer musikalischen Leidenschaft mit Eifer, Engagement und Können nachgekommen. Sonst hätten sie seit 1993 wohl kaum um die 250 Auftritte – von ausgewachsenen Konzerten über Gottesdienste bis hin zu Frauenfrühstückstreffen und mehr – absolviert. Jahrelang prägte die Gruppe die christliche Musikszene des Siegerlandes (und darüber hinaus) maßgeblich mit. Nun soll aber Schluss sein. Noch ein einziges Mal wollen Steve Hild, Jost Kegel, Horst-Uwe Nöh, Roland Nöh und Markus Sahm als Brother Act auf die Bühne gehen. Für ihr Abschlusskonzert haben sie sich einen würdigen Ort gewählt: Am 26. April um 20 Uhr wird sich im Siegener Apollo-Theater der Vorhang heben für das große Finale. Dass es Brother Act überhaupt gibt, ist einer Doppelhochzeit in Stift Keppel zu verdanken. Die fand 1993 statt, und fünf junge Männer des Chors Kennzeichen C hielten es für eine gute Idee, sich aus diesem Anlass ein wenig musikalisch zu engagieren. Anstelle von Markus Sahm, der 1995 als Keyboarder einstieg, bediente seinerzeit noch Seung Yong Chung die schwarzen und weißen Tasten bei der noch namenlosen Truppe. Mit Ausnahme dieses Personalwechsels erwies sich das Ensemble übrigens bis heute als besetzungsstabil. Die Liste der Gastmusiker, die Brother Act bei Auftritten unterstützten, ist indes lang. Da ist zum einen Perkussionist Boris Becker als ständiger Begleiter, da sind aber auch Thomas Heinz (Drums), Helmut Jost, Björn Herwig (beide Bass), Olaf Larssen (Gitarre), Karl-Friedrich »Fitti« Wahler (Keyboards), die Gastsänger Dirk Röcher, Melanie Ginsberg und Joi Dreisbach, Cellist Steffen Schäfer und Saxofonist Hinrich Schmoch. Daneben gab es Kooperationen mit der Big Band des Ev. Gymnasiums und mit den Streichern von Kreuz & Quer. Mit Letzteren gab Brother Act das für Horst-Uwe Nöh intensivste Konzert: »Das Weihnachtskonzert mit dem Streicherensemble war von den Emotionen und der Atmosphäre her am dichtesten.« Die aktuelle Begleitband besteht aus Gitarrist Sascha Meyer, Bassist Alex Lauer und Schlagzeuger Eckhard Jung. Die drei werden beim Abschlusskonzert dabei sein. Wie auch Boris Becker. Wer darüber hinaus mitmischen wird, steht noch in den Sternen. Horst-Uwe Nöh: »Wir werden alle Musiker einladen, mit denen wir zusammengespielt haben.« Die Historie von Brother Act ist reich an Höhepunkten: Schon 1996 gab es eine zehntägige Weihnachtstournee durch Deutschland mit Gospelstar Edwin Hawkins (mit dem die Jungs bis heute freundschaftlich verbunden sind), Dick Le Mair und Luca Genta. Daraus entstanden auch die bekannten Brother-Act-Weihnachtskonzerte. Unter den zahlreichen Auftrittsorten im Laufe der Jahre findet sich auch das renommierte KulturPur-Festival. Mit Torsten Hebel, mit dem die Siegerländer immer wieder auftraten, entstand ein weiteres Programm. 2002 produzierte Helmut Jost für Gerth Medien die Brother-Act-CD »Down To Earth«. Zum zehnjährigen Bestehen gab es 2003 gleich zwei Jubiläumskonzerte im Lÿz, und im Juni 2004 ging es über den großen Teich zur »Music and Arts Love Fellowship Conference« mit Edwin und Walter Hawkins in San Francisco und Oakland (USA). Als Grund für den Schlussstrich unter der erfolgreichen Geschichte führt Horst-Uwe Nöh zeitliche Engpässe an: Zum Beispiel aufgrund beruflicher Verpflichtungen habe die Zahl der Auftritte heruntergefahren werden müssen. Der Probenaufwand allerdings blieb derselbe – schließlich sollte die Qualität nicht leiden. »Für nur drei oder vier Sachen im Jahr war das dann nicht mehr gewollt«, erklärt der Sänger. Nun, ob sie wollen oder nicht: Einmal müssen die »Brüder« jetzt noch Aufwand betreiben. Aber bis zum Abschiedsgig ist es ja noch eine Weile hin...
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10 Euro auf allen Plätzen / freie Platzwahl (+ 1,50 Euro VVK-Gebühr)
