Di | 02.05.2017 | 20 Uhr (S) Lampedusa

von Anders Lustgarten
mit Raiko Küster und Juliane Fisch
Regie: Olaf Kröck, Bühne: Dorothea Lütke Wöstmann,
Kostüme: Janna Banning, Musik: Frank Böhle,
Dramaturgie: Alexander Leiffheidt
Schauspielhaus Bochum

Spieldauer: 1:30h, ohne Pause

Diese Veranstaltung liegt in der Preisgruppe B.

Preisklassen
Preise
Platzkategorie I 23.50 € / 16.50 € (erm.)
Platzkategorie II 19.00 € / 13.00 € (erm.)
Platzkategorie III 13.00 € / 8.00 € (erm.)
Veranstaltungsbild:

Stefano war Fischer. Heute fischt er im Auftrag der Regierung Überlebende und Leichen aus dem Wasser vor seiner Insel. Denise treibt in einer europäischen Großstadt für eine Wucherkreditfirma Schulden ein, stellt den Fuß in Türen, winkt mit Pfändungen und hört sich schäbige Lügen in schäbigen Wohnzimmern an. Beide haben nichts gemeinsam. Und doch verbindet sie etwas: Sie stehen an vorderster Front, an dem Punkt, an dem aus Politik harte Realität wird. Wer die Arbeit verliert und mit den Raten in den Rückstand gerät, wer den Halt verliert und über die Reling rutscht, wird ihr Kunde. Kein besonders toller Job. Bis in beider Leben etwas Außergewöhnliches geschieht. Der junge britische Autor Anders Lustgarten hat mit „Lampedusa“ ein starkes, wütendes, bitteres und doch hoffnungsvolles Stück über die vielleicht wichtigste Herausforderung unserer Zeit geschrieben. Das Mittelmeer, einst Wiege der Identität Europas, wird immer mehr zu einem gutbewachten Massengrab. Knapp eine Million Menschen flohen im vergangenen Jahr über das Mittelmeer nach Europa. 3.600 sind dabei ertrunken.

Ein emotional ergreifender, utopischer Abend über Hoffnung und Selbstermächtigung.
Deutschlandradio Kultur

Seine Figuren berühren unmittelbar (…) Statt nach dem politischen Überbau der europäischen Gesellschaften zu fragen, deren soziale Netze immer grobmaschiger werden, stellt er exemplarisch zwei Menschen vor (…) Olaf Kröck gelingt das Kunststück, ein monologisches Stück lebendig werden zu lassen (…) unbedingt sehenswerte Inszenierung. Rheinische Post

Mit dem Stück erreicht die Flüchtlingskrise die Theaterbühne, packend, bewegend. Ein
Abend, der verstört. Und der klar macht, dass es keine Patentlösungen gibt (…) Tatsächlich kann man hier nicht wegsehen. Lustgartens „Lampedusa“ erzählt vielleicht nichts anders als das, was man aus der Tagesschau schon zu kennen glaubt. Aber er erzählt es eben theatergerecht, hier funktioniert das Wegzappen nicht (…) Olaf Kröck hat den wortstarken, hochpolitischen Theatertext mit feinem Gespür für Zwischentöne in Szene gesetzt (…) Starker Abend!
WAZ

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