Do | 11.05.2017 | 20 Uhr (Smobil) Terror

von Ferdinand von Schirach, Regie: Oliver Reese,
mit Martin Rentzsch, Nico Holonics,
Max Mayer, Bettina Hoppe, Viktor Tremmel,
Constanze Becker, Schauspiel Frankfurt

Veranstaltungsbild:

Ferdinand von Schirach ist deutscher Strafverteidiger sowie Autor der beiden verfilmten Kurzgeschichten-Sammlungen »Verbrechen« (2009) und »Schuld« (2010). In seinem ersten Theaterstück »Terror« rüttelt von Schirach an nichts Geringerem als dem ersten Artikel des Grundgesetzes beziehungsweise stellt ihn dem Publikum zur Diskussion: »Die Würde des Menschen ist unantastbar«. Das ist natürlich falsch, denn die Würde wird dauernd angetastet. Regierungen haben längst damit begonnen, diesen Grundsatz in Frage zu stellen. Guantanamo ist nur ein Beispiel. Wir leben in einer Demokratie. Wir können entscheiden, wie mit welchem Recht umgegangen werden soll. Und wir müssen uns auch entscheiden.

Vor Gericht steht Lars Koch, Pilot eines Kampfjets der Bundeswehr. Hat er richtig oder falsch gehandelt an jenem Tag, als er ein von Terroristen gekapertes Passagierflugzeug abschoss? Lars Koch musste reagieren. Wie lauteten seine Befehle?

Wer entscheidet auf welcher Grundlage über Leben und Tod? Darf Leben gegen Leben, gleich in welcher Zahl, abgewogen werden? Welche Gründe kann es geben, um ein Unheil durch ein anderes, vermeintlich kleineres Unheil abzuwehren?

Oliver Reese, Regisseur und Intendant, wird beide Stücke mit derselben Besetzung als jeweils eigenständige Inszenierungen an zwei aufeinanderfolgenden Abenden auf die Bühne bringen und seine auf Sprachbehandlung konzentrierte Regiearbeit (»Wille zur Wahrheit« (2013), »Die Blechtrommel« (2015) u.a.) konsequent weiterführen.

Die Abstimmungsergebnisse der Zuschauer-Schöffen aller bundesweiten Aufführungen von »Terror« werden vom Verlag Gustav Kiepenheuer Bühnenvertrieb dokumentiert und sind online einsehbar.

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