Di | 26.09.2017 | 20 Uhr (P) Kein schönes Land in dieser Zeit (?)

nach dem gleichnamigen biografischen Buch
von Mehmet Gürcan Daimagüler
mit Dirk Böther, Rasmus Max Wirth,
Regie: Adnan Taha, Andreas Döring
Schlosstheater Celle Spieldauer: ca. 1:30 h, ohne Pause

Diese Veranstaltung liegt in der Preisgruppe B.

Preisklassen
Preise
Platzkategorie I 23.50 € / 16.50 € (erm.)
Platzkategorie II 19.00 € / 13.00 € (erm.)
Platzkategorie III 13.00 € / 8.00 € (erm.)
Veranstaltungsbild:

„Kein schönes Land in dieser Zeit (?)“ war eine der berührendsten Aufführungen der 4. Siegener Biennale. In dem Stück geht es um die Biografie von Dr. Mehmet Daimagüler (49), geboren in Niederschelden als Sohn türkischer Eltern – der Vater Stahlwerker, die Mutter Putzfrau. Daimagüler ist heute einer der bundesweit bekanntesten Juristen, unter anderem als Opferanwalt im NSU-Prozess.
Aber: Nach der Grundschule sollte der Junge trotz exzellenter Leistungen auf die Hauptschule, denn sein Klassenlehrer meinte: „Ein Türke auf dem Gymnasium? Wie stellt ihr euch das denn vor?“ Er wurde von Klassenkameraden gemobbt und verprügelt, seine Freundin als „Türken-flittchen“ angepöbelt. Auch familiär war es schwierig, ein Bruder geriet auf die schiefe Bahn, mit dem Vater gab es zunehmende Konflikte, die Mutter wäre lieber heute als morgen zurückgekehrt nach Istanbul.
Aber Mehmet biss sich durch, studierte in Harvard und Yale, wurde vom World Economic Forum in Davos auf Initiative von Gerhard Schröder zum Young Global Leader gekürt, arbeitete als Assistent bei Polit-Promis wie Gerhart Baum, Wolfgang Kubicki und Burkhard Hirsch, wurde 1997 sogar in den FDP-Bundesvorstand gewählt.

Fast beängstigend authentisch. In Monologen oder Streitgesprächen, manchmal flüsternd,
dann wieder schreiend, oft verzweifelt bei Konflikten mit seinem Vater. In hohem Sprechtempo und zum Anfassen dicht am Publikum. Das wird ins Spiel einbezogen und man spürt türkische Gastfreundschaft, wenn die Auftrittsfläche in eine große Tafel verwandelt wird. (Westfalenpost)

Er erzählt aber auch von seinen Depressionen (…) und von Oma Phillipine Gaumann, der Nachbarin aus der Niederscheldener Rittergasse. Sie brachte den Daimagüler-Kindern Deutsch bei (…) Daimagüler sagt im Stück: ,Oma Phillipine hat uns im Alleingang integriert, mich und meine Geschwister. Aus ihrem christlichen Glauben heraus, ohne ihn uns aufzudrängen, einfach aus Nächstenliebe.‘ (Siegener Zeitung)

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