Mi | 26.11. | 10 Uhr (Schulvorstellung) Faust

Schauspiel von Johann Wolfgang von Goethe
in einer Bearbeitung von Magnus Reitschuster
mit Oswald Gayer (Mephisto), Martin Hofer (Faust), Demet Fey (Gretchen), Mara Stroot (Wagner), Petra Zwingmann (Marthe), Piet Moedebeck (Valentin) und „Rapresidentz“ (Gesang)
Regie: Johannes Zametzer, Bühne: Maria-Isabel Graf
Kostüme: Petra Georg-Achenbach
Musik: Dorian Rudnytsky

Diese Veranstaltung liegt in der Preisgruppe B.

Preisklassen
Preise
Platzkategorie I 21.00 € / 15.00 € (erm.)
Platzkategorie II 17.00 € / 11.50 € (erm.)
Platzkategorie III 11.50 € / 7.00 € (erm.)
Veranstaltungsbild:

Foto: Réne Achenbach

Im Jahr 2003 gab es in der Siegener Martinikirche eine aufsehenerregende „Faust“-Inszenierung – damals ganz auf die ungewöhnliche Spielstätte abgestimmt. Jetzt sollen mit einer neuen Besetzung die Möglichkeiten des neuen Theaters genutzt werden, um dieses wichtigste deutschsprachige Bühnenwerk erneut und in anderer Form in Szene zu setzen. Dieses klassischste aller klassischen Stücke führt laut Vorspiel „ vom Himmel durch die Welt zur Hölle“ (und zurück?).
In der landläufigen Inszenierungs-Lesart gilt Faust als frustrierter Intellektueller in der sogenannten „Midlife-Crisis“, der sich ein junges, womöglich unschuldiges Mädchen greift und ins Unglück bringt. In Goethes Text dagegen begegnen wir einem umfassend gebildeten Gelehrten, der alles Menschliche und Göttliche, alles Sinnliche und Übersinnliche in sich vereinen will. „Unser Doktor Johannes Faustus“, schrieb Heinrich Heine, „ist eine so grundehrliche, wahrheitsliebende, tiefsinnig naive, nach dem Wesen der Dinge lechzende und selbst in der Sinnlichkeit so gelehrte Natur, dass er nur eine Fabel oder ein Deutscher sein konnte.“ Als Mephisto im „Prolog im Himmel“ die Schöpfung als Pfusch charakterisiert, verweist der so kritisierte „Herr“ auf Faust als Prachtexemplar der menschlichen Spezies. Es folgt ein klassisches „Wetten, dass“: Mephisto muss – um die Wette zu gewinnen – Faust zur Behaglichkeit der Kuhweide, zu den Wonnen der Gewöhnlichkeit verführen. Doch die mephistophelischen Offerten der Spaßgesellschaft sind für einen wie Faust zu billig. Der erfüllte Augenblick („Verweile doch, du bist so schön“) ist sein Lebensziel. Der „Tragödie erster Teil“ endet zwar mit einem schuldlos schuldig gewordenen Heinrich Faust, vor dem es Margarethe graut (1:0 für Mephisto), doch die letzten Worte werden erst am Ende des zweiten Teils gesprochen.

Weitere Infos

Studi-Special am 28.10.: Studierende zahlen 6 Euro auf allen Plätzen

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