Sa | 19.04. | 20 Uhr (S) Die Leiden des jungen Werther
Briefroman von Johann Wolfgang Goethe
für die Bühne eingerichtet von Jan
Bosse und Andrea Koschwitz
Maxim Gorki Theater, Berlin
Werther: Hans Löw
Lotte: Fritzi Haberlandt
Albert: Ronald Kukulies
Regie: Jan Bosse
Diese Aufführung wurde als eine der zehn bemerkenswertesten deutschsprachigen Inszenierungen für das Berliner Theatertreffen 2007 nominiert. Die Bühnenfassung verlässt sich ganz auf Goethes Sprache, lässt die Modernität des klassischen Textes neu erleben.
Beginnend als eine Statue der Zerbrechlichkeit… durchschreitet Löws ,Werther’ alle Stadien überreizter Empfindsamkeit bis zum Freitod. Hinter der Rationalisierung von Gefühlen … tritt immer stärker die Natur der Angst hervor. Dieses Auseinanderfallen bürgerlichen Selbstgewahrseins spielt Löw, ohne seine Figur zu sehr der Lächerlichkeit preiszugeben … Im Verlauf des Abends entblättert Löw in Werther den kranken Mann. Die überhitzte Erregung … zeigt sich Schritt für Schritt als pathologische Sensibilität aus dem Motiv der Lebensangst … Am Ende hat er dieses Flackern im Blick, mit dem durchgedrehte Tarantino-Figuren ankündigen, dass sie gleich ein groteskes Blutbad anrichten werden. (TheaterHeute)
Minimalistische Jam-Session für drei Stimmen… Das Tollste aber ist die Haltung, mit der Hans Löw Goethes Sprache spricht. Sie ist durch und durch heutig, schwankt zwischen Ehrfurcht und dreister Experimentierlust … Und die selbstberauschte Eitelkeit, die natürlich in dieser Sprechweise aufscheint, passt vorzüglich zu dem Narzissmus, den Jan Bosse zu zeigen sich vorgenommen hat. (TheaterHeute)
Statt auf Sentimentalitäten setzt das neue Maxim-Gorki-Theater auf Spielwitz, so viel ist schon mal klar. Statt für die ganz großen Weltentwürfe fühlt man sich eher für die Ausleuchtung von Mikrokosmen zuständig. (Stuttgarter Zeitung)
