Webern, Strauss, Brahms

Konzerte & Apollo Vokal

Zum Konzert

mit Kai Frömbgen (Oboe)
und der Philharmonie Südwestfalen
Dirigent: Stefanos Tsialis

Anton Webern (1883 – 1945): Passacaglia op. 1
R. Strauss (1864 – 1949): Konzert für Oboe und kleines Orchester
Johannes Brahms (1838 – 1897): Sinfonie Nr. 4

Webern, Strauss, Brahms

Die Welt des 80-jährigen Richard Strauss lag am 30. April 1945 in Schutt und Asche: Er, der den Nazis lange als kulturelles Aushängeschild gedient hatte, sah US-Militärfahrzeuge auf seine Villa in Garmisch-Partenkirchen zurollen. „I am Richard Strauss, the composer of the Rosenkavalier“, teilte er den ersten GI’s mit. Und hatte Glück: Sie kannten ihn, stellten vor seinem Haus ein Schild auf: „Off Limits“ – also keine Konfiszierung. In den kommenden Wochen gingen GI’s bei Familie Strauss ein und aus. Darunter John de Lancie, Solo-Oboist aus Philadelphia. Der besorgte dem Meister Seife.

Und fragte ihn, ob er je etwas für Oboe geschrieben habe. Das hatte Strauss nicht. Aber „weil man ja nicht den ganzen Tag Skat spielen kann“ (in Wahrheit wohl, weil sich seine Entnazifizierung bis 1948 hinzog) machte er sich dann doch an die Arbeit. Und schuf eines der wichtigsten Werke für Oboe überhaupt: kammermusikalisch, voller Heiterkeit und mit Zitaten aus seinen größten Opern, ein Melodiefest sondergleichen – gnadenlos anspruchsvoll für den Solisten.

Einführungsvortrag des Fördervereins der Philharmonie
Di I 20.3. I 18 Uhr I Museum für Gegenwartskunst, Referent: Winfried Chassée, Eintritt frei