Clara und Robert Schumann

Konzerte & Apollo Vokal

Zum Konzert

mit der Philharmonie Südwestfalen
Solistin: Ragna Schirmer (Klavier)

Clara Schumann: Klavierkonzert a-Moll op. 7
Robert Schumann: Sinfonie Nr. 1 („Frühlingssinfonie“),
„Impromptus über eine Romanze von Clara Wieck“ op. 5
Brigitta Muntendorf: „Crack 2009“

Preisgruppe C

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Mo | 06.05.2019 | 20:00 Uhr

Karten an der Abendkasse

Clara und Robert Schumann

Korken auf, Scheinwerferlichter an, Fanfaren los! Clara Schumann, eine der schillerndsten Frauen der Musikgeschichte, wurde am 13. September vor 200 Jahren in Leipzig geboren. Mehrere Eckpunkte ihrer außergewöhnlichen Biografie hinterließen Zerrbilder, die bis heute neu interpretiert werden wollen – in wissenschaftlichen Extrakten, romanhaften Büchern, Filmen und Theaterstücken.

Friedrich Wieck, der Übervater, ist einer der dominanten Akteure ihrer Lebensgeschichte: In frühen Jahren daran gescheitert, im berühmten Thomanerchor die ersehnte Musikausbildung zu bekommen, presste er eigene Karrierewünsche in Claras Ausbildungsplan und kreierte eine international erfolgreiche Pianistin und Komponistin. Robert Schumann, zwischen literarischer und musikalischer Begabung pendelnd, erbat als 20jähriger Klavierunterricht bei Friedrich Wieck. Der Versuch einer Solistenkarriere scheiterte an der Erkrankung der rechten Hand. Aber: zwischen Robert und der neun Jahre jüngeren Clara entzündete sich innige Liebe. Die Heiratserlaubnis musste allerdings vor Gericht erzwungen werden. Claras Vater sah die Karriere der Tochter durch die Ehe mit dem labilen, finanziell ungesicherten Robert gefährdet. Neun Niederkünfte in 13 Jahren, schwerwiegende psychische Erkrankungen Roberts, die bis zum Selbstmordversuch im Rhein, der jahrelangen Verwahrung und dem einsamen Tod in einer Heilanstalt führten, Claras geheimnisbeladene Beziehung zu Johannes Brahms, ihre internationalen Konzertreisen – dies und noch viel mehr dient als Nährboden üppiger Spekulationsorgien über eine Frauengeschichte in der von Männern dominierten Musikwelt.

Im Biennale-Konzert stehen zwei bedeutende Kompositionen der Schumanns im Mittelpunkt: Claras Klavierkonzert in a-Moll und die Frühlingssinfonie Roberts. Die aufkeimende Bindung der beiden zeigen die Impromptus op. 5 für Klavier: Aus einem Klavierwerk Claras, das sie Robert 1831 gewidmet hatte, schuf dieser 1833 12 Variationen. Die international bejubelte Pianistin Ragna Schirmer ist der besondere Gast des Abends. „Crack 2009″ von Brigitta Muntendorf schließlich befeuert das Biennale-Thema: Die Musik reibt sich an der Beziehung zwischen Kraft, Held-sein und Vergeblichkeit.