Goethe – Wahlverwandtschaften

Schauspiel & Musiktheater

Zum Stück

nach Johann Wolfgang von Goethe
Bühnenfassung, Regie und Kostüme: Silvia Armbruster
Bühne: Barbara Kaesbohrer
Choreografie: Ramses Siegel
Musik: Melanie, Michael Nyman, Arvo Pärt, Maurice Ravel
mit Hans Piesbergen, Julia Jaschke, Christian Kaiser, Corinne Steudler
Theater Wahlverwandte

Spieldauer: 1:40 h, ohne Pause

Preisgruppe B

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So | 31.03.2019 | 19:00 Uhr

Karten an der Abendkasse

Wahlver-wandtschaften

Eduard und Charlotte sind ein glückliches Paar. Er ist charmant und unterhaltend, sie lebenserfahren und kultiviert. Ihre Beziehung zeichnet sich eher durch gegenseitiges Vertrauen als durch glühende Leidenschaft aus – für beide ist es die zweite Ehe. In trauter Zweisamkeit leben sie auf Eduards Landgut, fernab von allen gesellschaftlichen Verpflichtungen und vom Trubel der Stadt. Bis eines Tages Eduards Jugendfreund Otto auftaucht und als Dauergast bei ihnen einzieht. Während die beiden Männer ihre Zeit damit verbringen, das große Anwesen umzugestalten, ärgert sich Charlotte über die plötzliche Einsamkeit und lädt aus diesem Grund ihre junge, unverheiratete Nichte Ottilie zu sich ein. Anfangs scheint die Harmonie in der Gruppe im Gleichgewicht, bis die ersten unerwarteten Gefühle erwachen …

Eduard und Ottilie verlieben sich hemmungslos ineinander, während Charlotte und Otto zunächst versuchen, eher vernünftig mit ihrem neu entflammten Begehren umzugehen. Die Scheidung des Ehepaares scheint nun die logische und einfachste Lösung, doch da entdeckt Charlotte, dass sie schwanger ist – von Eduard.

Mit seinem 1809 erschienenen Roman „Die Wahlverwandtschaften“ kritisierte Goethe die veraltete Gesellschaftsordnung, stieß bei seinen Zeitgenossen jedoch auf wenig Verständnis. Zwar erscheint die Ehebruchs-Thematik im heutigen Zeitalter der Scheidungsanwälte weniger provokant, doch Silvia Armbrusters Bühnenfassung beweist, dass die Wahlfreiheit in der Liebe und das Spannungsfeld zwischen gesellschaftlicher Moral und intuitivem Verlangen zeitlos gültig sind.

Stimmen

Silvia Armbruster zeigt eine launige, ideenreiche Version jenes Goethe´schen Sommernachtstraumes ohne Happy-End. Immer wieder zeigt sich dabei Armbrusters choreographisches Talent, ihr Sinn für Bilder und ironischen Witz. Sie hat viele einfache, aber effektive Bilder gefunden, die Lust auf den komödiantischen Liebeskrampf machen.

FAZ