Navid Kermani: Die Nacht der von Neil Young getöteten

Freilicht-Festival

Zum Stück

„Früher glaubte ich, dass man Neil Young immer braucht, aber inzwischen denke ich, man kommt die ersten paar Tage auch ohne ihn über die Runden“: Für Navid Kermani ist die Musik Neil Youngs zum Soundtrack seines Lebens geworden. Als hätte nicht er die Musik gefunden, sondern sie ihn: „Mir kommt es wie Magie vor, was Neil Young mit seiner Gitarre treibt; als verliefen deren Saiten quer durch meine Seele, bringt mich nach einer kurzen Weile jeder Ton, den er anschlägt, zum Beben.“ Und was für eine Konkretion von Magie, wenn es eben diese Musik ist, die als einziges Mittel der Welt die von heillosen Dreimonatskoliken geplagte, sich in Schreikrämpfen windende, neugeborene Tochter zur Ruhe bringt wie ein wundersames Wiegenlied.

Navid Kermani liest aus „Das Buch der von Neil Young Getöteten“ und trägt neue Texte zu Neil Young vor. Wie in der Elbphilharmonie Hamburg im letzten Jahr, wird die Lesung auch von Musik-Einspielungen begleitet. „Berührend, beglückend und zum Niederknien“, so beschrieb der NDR den Abend. Jetzt liest der Träger des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels – wieder einmal – in seiner Geburtsstadt Siegen.