Und es war Flutlicht

Schauspiel & Musiktheater

Zum Stück

Heimatkomödie mit Inzidenzen von Magnus Reitschuster
mit Martin Hofer, Andreas Kunz, Anja S. Gläser
Regie: Jürg Schlachter

Spieldauer: 1:15 h, ohne Pause

Preisgruppe B

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Fr | 04.02.2022 | 20:00 Uhr

Karten verfügbar

ab 15,00 / 9,00

Und es war Flutlicht

Es ist das letzte eigene Stück, das von Magnus Reitschuster als Apollo-Intendant zu sehen sein wird, bevor er im kommenden Sommer in den Ruhestand geht. Nach einer Stadion-Fassung, in der die Komödie im Vordergrund stand, ist diese Theater-Fassung nachdenklicher. Die beiden in die Jahre gekommenen Fußballfreunde, „der Sportfreund“ (Martin Hofer) und „der Käner“ (Andreas Kunz), sinnieren gemeinsam über das Älterwerden und die Pandemie, Gelungenes und Versäumtes.

Vom Balkon einer Wohnung mit Stadionblick auf das Leimbachstadion verfolgen sie gemeinsam das Lokalderby ihrer Mannschaften: Wer verliert, steigt ab. Es ist ein Geisterspiel, doch an den beiden Freunden merkt man, was für ein Krimi sich auf dem Platz abspielt. Und obwohl sie jubeln, schreien, leiden, verzweifeln und sich gegenseitig zu trösten versuchen, ist das Spiel mit dem Ball, so leidenschaftlich verfolgt, in diesem Stück doch nur eine Allegorie für das Spiel des Lebens – und wie man sich darin verrennt und ablenkt.

Der Sportfreund feiert seinen 70. Geburtstag. Gemeinsam mit seinem Freund, dem Käner, steht er kurz vor dem Umzug in den sauerländischen „Seeblick“, eine Seniorenresidenz an der Bigge. Die Kisten sind bereits gepackt, doch seinen Stadionblick gibt er nur ungern auf. Der Sportfreund ist ein Grantler mit ganz eigenem Kopf: Die Schwarzwälder Kirschtorte, die ihm der Käner schenkt, landet schließlich in dessen Gesicht, weil es nur Käse-Sahne ist, was der 70-Jährige akzeptiert. Auch hinsichtlich des Umzugs stellt er sich quer. Selbst der Corona-Schutzimpfung hat er sich verweigert („Testen ja, impfen nein!“). Das hat Konsequenzen. Die beiden Freunde räsonieren – zumeist kontrovers – über den Fußball, das Leben und das Alter („irgendwann ist alles nur noch Schalke“), insbesondere aber über die Frauen und den Frauenfußball.

Lena, die Enkelin des Sportfreunds (Anja S. Gläser) ist nämlich Nationalspielerin, steht vor ihrer Wahl zur Weltfußballerin des Jahres sowie vor dem Transfer nach Barcelona. Besser hätte es auch mit einem Enkelsohn nicht kommen können für den stolzen Opa! Als Lena doch noch zum Geburtstag auftaucht, gibt es trotz aller Nöte im gesundheitlichen und sportlichen Bereich eine Art Happy End mit „You’ll never walk alone“.