Neues Globe Theater

Mephisto

Ein Affe der Macht
© Philipp Plum↑ Haltung zeigen
Foto: Philipp Plum
Beschreibung ↓

Mephisto, 1936 im Exil geschrieben, wird als Schlüsselroman über den Schauspieler Gustaf Gründgens angesehen. Es handelt sich aber, laut Mann, „um kein Portrait, sondern um einen symbolischen Typus“: Ein Schauspieler im Konflikt zwischen Karriere und Gewissen. Die Verfilmung mit Klaus-Maria Brandauer erhielt 1981 den Oscar für den besten fremdsprachigen Film. Das Neue Globe Theater spielt den eindringlichen Stoff revuehaft als “Tanz auf dem Vulkan” im Zerrspiegel eines politischen Kabaretts der 1920/30er Jahre mit Livemusik und Conferencier. 

Erzählt wird die (fiktive) Geschichte des Schauspielers Hendrik Höfgen, von 1926 am Hamburger Künstlertheater bis zum Jahre 1936, als dieser es zum gefeierten Star des sogenannten Dritten Reiches gebracht hat und zum Intendanten des Berliner Staatstheaters ernannt wird. Höfgen, der sich erst spät mit den Machthabern des Nationalsozialismus arrangiert und im Ensemble offen den Konflikt mit seinem Nazi-Kollegen Hans Miklas sucht, flüchtet zunächst nach Paris. Lotte Lindenthal, die Frau des „Fliegergenerals“ und Ministerpräsidenten, selbst eher eine mittelmäßige Schauspielerin, wünscht sich Höfgen jedoch als Partner für ihr Berliner Debüt am Staatstheater und kann ihren Mann, „den Dicken“, überreden, Höfgen zurück nach Berlin zu holen. Als leidenschaftlicher Schauspieler, dem die Rolle des Mephisto in Goethes Faust wie auf den Leib geschnitten ist, erkennt der Opportunist Höfgen erst viel zu spät, dass er tatsächlich einen Pakt mit dem Teufel geschlossen hat. Fast alle Menschen, die ihm etwas bedeuten, wird er bei diesem freien Fall in den moralischen Abgrund verlieren: Seine:n Geliebte:n Juliette, seine Frau Barbara, seinen kommunistischen Freund Otto. Am Ende ist Hendrik zu einem „Affen der Macht“ geworden, zu einem „Clown zur Zerstreuung der Mörder“. Ein Schauspieler, zerrissen zwischen Karriere und Gewissen. 

»Ich bin doch nur ein ganz gewöhnlicher Schauspieler!«
© Philipp Plum
↑ Wie schnell wird man selbst zum Teufel?
Foto: Philipp Plum
Termin ↓
Do • 18. Jan 24 • 19:30 UhrMIXApollo-TheaterApollo begrüßt um 19:00 Uhr
Infos ↓
Schauspiel mit Musik 15+
Nach dem Roman von Klaus Mann in einer Fassung für das Berliner Ensemble von Till und Chris Weinheimer und bearbeitet von Kai F. Schrickel mit dem Neuen Globe Theater (D)
Dauer: ca. 2 h 20 Min. plus 25 Min. Pause
Preise: C
Besetzung: Nora Backhaus, Andreas Erfurth, Marco Litta, Martin Radecke, Jessica von Wehner, Laurenz Wiegand
Leading Team: Kai Frederic Schrickel (Regie und Raum), Hannah Hamburger (Ausstattung), Bettina Koch (Musikalische Leitung), Annette Reckendorf (Choreografie), Bettina Koch und Anton Nissl (Musik)
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