EURO-STUDIO Landgraf

Der Wal

Über Empathie und Ehrlichkeit
Beschreibung ↓

Nach einer persönlichen Tragödie ist der ehemalige Universitätsprofessor Charlie auf einer Couch in Nord-Idaho – wie Autor Hunter schreibt – „gestrandet“. Kontakt hat er nur zu seiner Krankenschwester, zu Elder Thomas, einem Mormonen, und seit kurzer Zeit wieder zu seiner Ex-Frau und seiner Teenager-Tochter Ellie. Dass das hoch gelobte, schmerzlich berührende, aufwühlende wie humorvolle Stück noch lange nach der Vorstellung für viel Gesprächsstoff sorgt, liegt nicht an dem monströsen Übergewicht Charlies und seinem himmelhohen Blutdruck, sondern an dem ungewöhnlichen Blick des Dramatikers auf seine Figuren und an seinem Talent, auf mehreren emotionalen Ebenen komplexe Charaktere zu erschaffen, die in Erinnerung bleiben. Wie Puzzleteile verbindet er in Szenen von großer Intensität Charlies gegenwärtigen Zustand mit den zerbrochenen Beziehungen zu Personen aus seiner Vergangenheit, die sein Leben schicksalhaft mitbestimmt haben. Erst am emotional überwältigenden Schluss erfährt der Zuschauer, warum ein Aufsatz über Herman Melvilles Literaturklassiker „Moby Dick“ sich als wichtiger roter Faden durch die herzzerreißende Geschichte des Online-Englischlehrers für argumentatives Schreiben zieht. Hunters für zärtliche und wütende, ernsthafte und humorvolle Nebentöne hellhörigen Dialoge kommen besonders in den Szenen mit seiner Tochter zur Geltung. Charlie möchte sie davor bewahren, durch Verlusterfahrung, Verachtung und Frustration in eine existenzielle Abwärtsspirale zu geraten und dadurch in ihrer Gefühlswelt so eingesperrt zu werden, wie er in seinem Körper.

Ein Preis- und Nominierungsregen prasselte nach der Uraufführung von Der Wal auf den Autor Samuel D. Hunter nieder. Die Verfilmung von Regisseur Darren Aronofsky, für die der Autor selbst das Drehbuch schrieb, feierte 2022 bei den Filmfestspielen Venedig eine umjubelte Weltpremiere. Brendan Fraser wurde für seine anrührende Darstellung des Charlie mit einem OSCAR als bester Hauptdarsteller ausgezeichnet und erhielt auch den Critics‘ Choice Award in dieser Kategorie. Torsten Münchow, der auch die Synchronstimme von Brendan Fraser ist, hat das Theaterstück als Herzensprojekt in der Hauptrolle zur deutschsprachigen Erstaufführung gebracht und gastiert nun mit einem hochkarätigen Ensemble im Apollo-Theater.

»Ich muss wissen, dass ich in meinem Leben wenigstens einmal etwas richtig gemacht habe.«
Termin ↓
Sa • 16. Jan 27 • 19:30 UhrSApollo-TheaterApollo begrüßt, Im Anschluss Nachgespräch• 
Vor­verkauf ab 28.08.
Infos ↓
Der Wal
Schauspiel 15+
Schauspiel von Samuel D. Hunter mit dem EURO-STUDIO Landgraf (D)
Dauer: ca. 2 h 20 Min. inkl. 25 Min. Pause nach ca. 60 Min.
Preis im Freiverkauf42 • 36 • 26 €
Preis im Abonnement31 • 26,50 • 20 €

Ermäßigt im Freiverkauf: 21 • 18 • 13 €
Ermäßigt im Abonnement: 15,50 • 13,25 • 10 €

Nominiert für den INTHEGA-Preis „Die Neuberin“ 2025

Besetzung: Torsten Münchow, Rajko Geith, Franziska Endres, Iris Boss, Daria Vivien Wolf
Leading Team: Stephan Hoffmann (Regie & Übersetzung), Izabela Joanna Münchow-Glódz (Bühne & Kostüme), Waldemar Pokromski (Maskenbild), Alexander Katt (Regieassistenz)
Verlag: Carstensen & Oegel - International Theater und Medien, Berlin
Pressestimmen ↓

Der Wal überzeugt im mit tollem Ensemble und vielschichtiger Botschaft. Das gilt für alle fünf Darsteller, die jede der Figuren lebendig werden lassen und die Geschichte rund um Charly so fesselnd spielen, dass die folgenden zwei Stunden im Fluge vergehen, beeindrucken und manchen Gedanken mit auf den Heimweg geben.
Donaukurier

Torsten Münchow versteht es überzeugend, ihn zu spielen. Einen Mann, der aus Selbstmitleid, Schuldgefühlen und Verzweiflung adipös wurde. (…) Da geht es ums Wahre, auch die Wahrheit.
Wolfsburger Nachrichten

Große Kunst legte das Schauspieler-Quintett im Verlauf der über zweistündigen Aufführung an den Tag. Insbesondere Torsten Münchow als Hauptfigur Charlie hatte im wahrsten Sinne ein gewaltiges Paket zu tragen, musste er doch eine simulierte Masse von rund 250 Kilogramm über die Spielzeit bringen. (…) Der Wal gibt sich als Kammerspiel zu erkennen, in dem Individuen ihre ganz eigenen Befindlichkeiten pflegen, die sich zu einem besonderen Kosmos zusammenfügen.
Schwarzwälder Bote

 

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