Die Blechtrommel

Schauspiel & Musiktheater

Zum Stück

nach Günter Grass
Regie: Oliver Reese, Bühne: Daniel Wollenzin, Kostüme: Laura Krack,
Musik: Jörg Gollasch, Licht: Steffen Heinke, Dramaturgie: Sibylle Baschung
mit Nico Holonics

Spieldauer: 1:50 h, ohne Pause

Die Blechtrommel

Wer Günter Grass sagt, denkt zuerst an „Die Blechtrommel“. Vor allem für dieses gewaltige Werk bekam der am 13. April 2015 gestorbene Dichter den Literaturnobelpreis. Intendant Oliver Reese hat „Die Blechtrommel“ für die große Bühne inszeniert – als Monolog mit dem Schauspieler Nico Holonics.

Noch kaum geboren, erkennt Oskar Matzerath die Welt als universales Desaster – und lehnt sie ab. Einzig die von seiner Mutter versprochene Blechtrommel eröffnet ihm eine akzeptable Überlebensperspektive: die Existenzform als Trommler, ein groteskes Künstlerdasein mit ambivalenten Motivationen und Wirkungen. So beschließt Oskar an seinem dritten Geburtstag, nicht mehr zu wachsen, sondern zu beobachten und zu trommeln. Aus der Froschperspektive schildert er das Aufziehen des faschistischen Denkens und Handelns, berichtet von Ehebruch und Pogromnacht, verknüpft Privatgeschichte mit Zeitgeschichte. Er ist Zeuge, zugleich Außenseiter wie Beteiligter einer Welt, in welcher ein Zivilisationsbruch wie der Holocaust möglich ist.

Nicht schuldig, aber verantwortlich für das Grauen, das in deutschem Namen begangen wurde, hat Günter Grass sich zeitlebens gefühlt. „Die Blechtrommel“ ist auch ein Versuch, die Mechanismen der eigenen Verführung durchsichtig zu machen. Trotz aller Kontroversen um den Roman und Nobelpreisträger Günter Grass, gilt der Text bis heute als Meilenstein der deutschen Nachkriegsliteratur. Regisseur Oliver Reese erzählt die Geschichte des ewigen Trommlers in einer ganz auf die Perspektive der Hauptfigur zugeschnitten Fassung.

„Cultural highlights of the year“: Für New York Times-Feuilletonredakteur Matthew Anderson zählt Oliver Reeses Inszenierung von „Die Blechtrommel“ zu den Theaterhighlights 2019.