Hamlet

Schauspiel & Musiktheater

Zum Stück

von William Shakespeare
mit Auszügen aus Die Hamletmaschine von Heiner Müller
Bearbeitung von Jeroen Versteele
Regie: Johan Simons
Mit: Mourad Baaiz, Konstantin Bühler, Dominik Dos-Reis, Ann Göbel, Gina Haller, Stefan Hunstein, Sandra Hüller, Mercy Dorcas Otieno, Bernd Rademacher, Mieko Suzuki, Ulvi Teke, Lukas Tobiassen, Jing Xiang

Schauspielhaus Bochum

Preisgruppe C

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Di | 07.06.2022 | 20:00 Uhr

Karten verfügbar

ab 22,00 / 12,50

Hamlet

König Hamlet ist tot. Er wurde ermordet von seinem Bruder Claudius, der nun auf dem Thron sitzt. Der junge Hamlet macht sich auf die Suche nach Erklärungen und nach einem moralisch konsequenten Handeln. In Johan Simons reduzierter Inszenierung des Shakespeare-Klassikers ist Sandra Hüller ein radikal ehrlicher Hamlet, der auf einer fast leeren, in hartes Weiß getauchten Bühne dazu ansetzt, ein dichtes Netz aus Lügen, Manipulation und Kampf zu durchdringen.

Diese Inszenierung war 2020 eingeladen zum Berliner Theatertreffen. „Es geht um die Wahrheit, nicht mehr und nicht weniger“, heißt es im Statement der Jury dazu: „Für die hier bewusst durchschnittlich gezeichnete, machtkorrumpierte Staatsspitze wird die*der durchlässige Hamlet von Sandra Hüller am Schauspielhaus Bochum zum unberechenbaren Risiko: Hamlet hat in der Inszenierung von Johan Simons, von einer Vision gebeutelt, quasi selbst durchlebt, wie der Vater ermordet wurde. Nun versucht sie*er in leiser manischer Denk- und Rechercheschwerstarbeit zu klären, was wirklich Sache ist und was folglich, moralisch konsequent, zu tun bleibt. An Hüllers Seite ist Gina Haller als Ophelia – in Personalunion mit Horatio – Hamlet klar ebenbürtig, ein quirliger Querkopf, klug, lässig lebenslustig, realistisch und 100 Prozent zugewandt. Bestechend strenges Understatement ist Programm auf der von Gefahr umkreisten Bühne von Johannes Schütz. Anstelle des handelsüblichen Blutbads wird hier sauber und mit feiner Ironie aufgeräumt. Nur: Hüllers gnadenlos aufrechter Hamlet kommt zu spät, um diese kaputtregierte Welt noch zu retten. Das ist die eigentliche Tragödie.“ „,To be or not to be’, das ist der Kern des Stücks“, sagt Regisseur Simons zu seiner Inszenierung. „Nicht umsonst ist der Satz so berühmt. Hier versucht jemand herauszufinden, ob es ein Recht auf Existenz gibt. Was ist der Sinn unseres Lebens, wenn eine Lüge so oft als Wahrheit gilt? Meiner Meinung nach ist Hamlet extrem empfindlich und kompromisslos, er erträgt keine falschen Fassaden. Das zerstört ihn.“

Simons zur Frage der Besetzung des Hamlet: „Der Stoff handelt von Geisteskraft und der Dynamik des Denkens. Sandra Hüller hat einen flexiblen Geist. Und sie hat eine persönliche Herangehensweise. Sie lehnt jeden Zynismus ab. Sandra erweitert Hamlets Gedanken und füllt sie mit Emotionen, wie nur sie das kann.“