Trommeln in der Nacht (nach Brecht)

Schauspiel & Musiktheater

Zum Stück

von/nach Bertolt Brecht
Inszenierung: Christopher Rüping, mit Hannes Hellmann, Nils Kahnwald,
Christian Löber, Wiebke Mollenhauer, Wiebke Puls, Damian Rebgetz
Bühne: Jonathan Mertz, Kostüme: Lene Schwind, Video: Susanne Steinmassl
Musik: Paul Hankinson, Christoph Hart, Jonas Holle, Matze Pröllochs, Damian Rebgetz
Münchner Kammerspiele

Spieldauer: 2 h, ohne Pause

Preisgruppe C

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Mi | 01.05.2019 | 20:00 Uhr

Karten verfügbar

ab 19,00 / 11,00

Trommeln in der Nacht

Von Brecht (Vorstellung am 30.4.)

1922 wurde Bertolt Brechts Drama „Trommeln in der Nacht“ in den Münchner Kammerspielen uraufgeführt. Fast 100 Jahre später lässt Regisseur Christopher Rüping die ersten drei Akte exakt genauso spielen wie damals. Keine einfache Aufgabe, denn: Nur ein paar Dokumente und Kulissenfotos sind von der Uraufführung geblieben. Das Bühnenbild – erstellt anhand jener Fotos – zeigt schemenhafte Hochhäuser, die für die Großstadt Berlin stehen. Andreas Kragler kehrt nach jahrelanger Kriegsgefangenschaft in diese von Aufständen beherrschte Stadt zurück. Der erste Weg führt ihn zu seiner einstigen Verlobten, Anna Balicke. Da erfährt der Totgeglaubte, dass sie sich mit einem anderen, dem Kriegsgewinnler Murk, verlobt hat, der in naher Zukunft auch die Fabrik des Vaters übernehmen soll. Wütend und enttäuscht schließt sich Kragler den sozialistischen Straßenkämpfern an und wird zu einem wichtigen Akteur im Spartakusaufstand gegen die konservative Regierung. Als Anna jedoch ihren neuen Verlobten für ihn verlässt, wendet er sich von den Aufständischen ab und entscheidet sich für die Liebe. Doch diese von Brecht ersonnene Version mit romantischem Ende ist nicht die einzige Version, die die Münchner Kammerspiele bei der Biennale präsentieren werden.

 

Nach Brecht (Vorstellung am 1.5.)

Zeit seines Lebens soll sich Brecht für Kraglers Rückzug ins private Glück geschämt haben. Daher bieten Rüping und sein Ensemble eine zweite Variante von „Trommeln in der Nacht“ mit alternativem Ende an. In dieser entscheidet sich Kragler für die Aufständischen und zieht mit ihnen ins Zeitungsviertel. Der Liebe kehrt er den Rücken zu – lässt Anna für den Aufbruch ins Politische stehen. Nach den ersten drei Akten wandern beide Inszenierungen mit großen Schritten ins Heute und werden mit viel Live-Musik begleitet. Am Ende wird das Publikum dann je nach Vorstellung mit einem anderen Männerbild konfrontiert: in der einen mit dem Mann als Romantiker und in der anderen mit dem Mann als Revolutionär.

Stimmen

Starker Beifall für eine starke Inszenierung.

Augsburger Allgemeine


Die wilde Sprache, die Entlarvung der Phrasen des Bürgers, der Politik in Krieg und Revolution, der „Zeitungen“ (heute: Medien) und des Theaters als Jahrmarktsbude: Das alles zeigt die Geburt des epischen Theaters aus dem Geiste des Panoptikums.

Die Abendzeitung