ZugZwang

JAp – Junges Apollo

Zum Stück

Rap-Revue mit B.E. und Fläshmob
mit Mohamed El-Chartouni, Karsten Burkardt,
Lisa Christin Gotthardt, Philipp Feltkamp
und der Band „Fläshmob“
Regie & Buch: Werner Hahn, Songs: Mohamed El-Chartouni.
In Zusammenarbeit mit dem Jungen Theater Siegen e.V.

„ZugZwang“ heißt das neue Rap-Musik-Theater von und mit Mohamed El-Chartouni und der Band „Fläshmob“. Wie schon „Fahr‘ deinen Film“ (die gefeierte Vorgänger-Produktion) ist auch „ZugZwang“ wieder geschrieben und inszeniert von Werner Hahn.
Es geht um den Künstler „DK“, einen angesagten Rapper. Er steht für scharf sezierte Inhalte, kompromisslose Haltungen, akrobatisch virtuose Sprachtiraden, vielschichtig musikalische Formen. „DK“ wird bejubelt, geliebt, gefeiert. Gepostet, getwittert, gelikt. Bürgerbegehrt und schulterbeklopft. Trotz einer Biografie, mit der man ihn nicht zum Nachbarn haben will. Ein Gesicht der Stadt. Ein Spiegel der Stadt. Ein Mensch der Stadt. Mit seiner Band konzertiert „DK“ der Rapper an außergewöhnlichem Ort. Fetter Sound, grelles Licht, geile Show.
Aber plötzlich: Zwischenrufe aus dem Publikum. Irritierende Plakate, verwirrende Spruchbänder, provozierendes Gelächter. Verunsicherungen bestimmen mehr und mehr die Performance. Feine Risse beginnen, das gefällige Selbstbild des Rappers zu überziehen. Bruchstellen fangen an, Platz zu greifen.

Die coolen Botschaften, im bunten Scheinwerferlicht einer konsumsüchtigen Zuhörerschaft in die Ohren geknallt, holen „DK“ ein: Worin besteht sein Zauber? Bewegt er? Dreht er? Verändert und verwandelt er? Ist er wachrüttelnder Künstler – oder doch nur kulinarischer Nachtisch einer satten Jugend?
„DK“ war eben noch lautstarker Überbringer praller Gedankenspiele und Heldengeschichten. Urplötzlich ist er ein verzweifelnd Scheiternder: Scheiternd an sich, an der Unvollkommenheit seiner Welt, an überschwappenden Belanglosigkeiten, an einer maroden Demokratie, an falsch interpretierten Gottheiten, an kälter werdenden Temperaturen trotz spürbarer Erderwärmung.
„DK“ – ein Suchender in aufgebrochener Zeit. Und das im selbstgewählten Gefängnis der Konzertsituation.