Dschungel-Trilogie

Schauspiel & Musiktheater

Zum Stück

VORSTELLUNG FÄLLT LEIDER AUS

von Magnus Reitschuster nach Rudyard Kipling
Regie: Jürg Schlachter, Kostüme: Ursula Bottenberg, Miriam Möller-Wieland
mit Johannes Fast, Andreas Kunz, Mark Harvey Mühlemann, Werner Hahn,
Samira Vinciguerra, Torben Föllmer, Pascal Averibou, Steffen Lehmitz und Anna Drößler

Spieldauer: ca. 2:10 h, eine Pause

Preisgruppe B

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Fr | 03.04.2020 | 20:00 Uhr

Dschungel-Trilogie

1894 und 1895 veröffentlichte der britische Schriftsteller Rudyard Kipling seinen monumentalen Roman „Das Dschungelbuch 1 & 2“. Darin erzählt er in verschiedenen Geschichten vom Verhältnis Urwald und Dorf, Tier und Mensch. Insbesondere drei dieser Geschichten über den Jungen namens Mogli wurden in den 60er Jahren in einer stark verfremdeten und kindgerechten Variante durch einen Zeichentrickfilm von Walt Disney populär. Auch heute noch richten sich viele Adaptionen von Kiplings Werk an Kinder und beschränken sich auf die Abenteuer Moglis und seiner Freunde.

Dabei sind es vor allem auch die darin enthaltenen politischen und ökologischen Aspekte, die den Roman auch für Erwachsene interessant machen. Im Apollo wird dieses erstaunlich heutige Werk nun erstmals in drei Akten als ökologische Parabel auf die Bühne gebracht. Es ist mehr als das bekannte „Dschungelbuch“, aber im zweiten Akt der Trilogie wird auch dieses beliebte Kindermärchen erzählt.

Die „Dschungel-Trilogie“ von Magnus Reitschuster handelt vor allem von dem Mann namens Mogli und spielt kurz nach der von Mahatma Gandhi erkämpften Unabhängigkeit. Da sich die britischen Kolonialherren aus Indien zurückziehen, müssen die Machtverhältnisse neu geordnet werden – so auch im Dorf am Rande jenes Dschungels, in dem Mogli einst aufwuchs. Insbesondere das Amt für Dschungelschutz und Waldwirtschaft muss neu besetzt werden. Der scheidende britische Amtsinhaber schlägt Mogli als seinen Nachfolger vor, der nun als Wildhüter bei den Menschen lebt. Die Dorfbewohner sind dem „Wilden“ gegenüber jedoch misstrauisch – zu lange war er im Dschungel. Während der Brite die Hoffnung hegt, der junge Mann könne diese unterschiedlichen Welten – Dschungel und Dorf, Ökonomie und Ökologie – miteinander versöhnen, möchte der einflussreiche Großjäger Buldeo die Macht an sich reißen. Der Mann namens Mogli bleibt überall Außenseiter – den Tieren ein Mensch, den Menschen ein Tier.

Stimmen

In der Inszenierung der „Dschungel-Trilogie“ verschränkt Regisseur Jürg Schlachter das Kindermärchen der Apollo-Saison 2019/20 (im Erwachsenentheater nur leicht abgewandelt, aber mit gleicher Wucht, dem feinen Witz gezeigt, vor dem veränderten Hintergrund wieder neu zu sehen), mit der Debatte im Rat des Dorfes. (...) Während das „Dschungelbuch“-Spiel vor allem auf farbig-bewegte Opulenz und Körperlichkeit setzt, treibt im Vorspann und dann vor allem im dritten Teil des Stücks die Macht des Wortes die Handlung voran.

Siegener Zeitung


Das zuckersüße Bild eines Märchens mit der Realität zu konfrontieren, es geschichtlich mit dem Kolonialismus der Engländer einzurahmen: Das ist für manchen Theaterbesucher unbequem, aber nötig (...). Magnus Reitschuster kommt das Verdienst zu, dem putzigen Bild von Mogli, das vor allem durch den Disney-Film Generationen geprägt hat, den Spiegel der Wirklichkeit vorzuhalten. Dass nämlich der Mensch die größte Gefahr für die Natur darstellt (...).

Siegener Rundschau